Unsere Träume gehören zu den interessantesten Bewusstseinszuständen überhaupt, wobei unser Bewusstsein an dieser Stelle eine ganz neue Bedeutung erhält. Für die meisten Menschen stellen die Träume nicht mehr als den Übergang in einen anderen Bewusstseinszustand dar, den das Gehirn benötigt, um in der Realität auch weiterhin funktionieren zu können. Dabei handelt es sich aber nur um die Oberfläche des Ganzen. Da alles miteinander verbunden ist und da alles dauerhaft bestehen bleibt, bilden auch unsere Träume eine Form der Realität.
Diese Ordnung kennt keine Zeit, was sie allgegenwärtig macht. Unzählige Wissenschaftler und Ärzte haben sich intensiv mit dem Gehirn und mit den dazugehörigen medizinischen Fragen beschäftigt, die gesamte Komplexität aber noch nicht verstanden, weil jeder von ihnen auf seinem Gebiet allein arbeitet. Sobald man alle Bereiche miteinander verbindet, entsteht ein ganz neues Bild. Obwohl ich kein Arzt oder Wissenschaftler bin, verstehe ich es, nahezu alle Informationen gleichzeitig zu verarbeiten. Da auch unsere Träume eine Form der Realität darstellen und da sie existieren und die Zeit keine Rolle spielt, verlieren wir im Traum die Kontrolle über das, was um uns herum und mit uns geschieht. Genau hier müssen wir ansetzen, wenn wir verstehen wollen, dass es die Zeit gar nicht gibt. Erst dann werden wir in der Lage sein, uns dem zu entziehen und das zu verändern, was hier eigentlich geschieht, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen.
Wenn man das Träumen als eine Form der Realität betrachtet, ist es gleichzeitig eine Fähigkeit, alles zu erfassen. Ich habe außerordentlich intensive und realistische Träume, die ich anschließend bewusst verarbeite. Stell' Dir bitte einfach einmal vor, Du würdest einschlafen und wenn Du wieder aufwachst, hat sich Deine gesamte Umgebung verändert! Dabei erlebst Du Deine neue Umgebung so intensiv, das Du sie sofort als real betrachtest. Deshalb stellst Du Dir gar nicht die Frage, ob sie real ist. Unabhängig davon, welche Form der Veränderung stattgefunden hat, ist diese ebenso real wie unsere gefühlte Realität. Bei mir setzt sich die Botschaft im Traum häufig fort. An dieser Stelle erinnere ich mich an eine Begegnung. Eigentlich wollte ich einen guten Bekannten besuchen, um mich mit ihm geistig auszutauschen. Zufällig kam zur selben Zeit auch jemand aus seinem Leben zu Besuch, aber auch dieser Zufall erwies sich als eine Form der Berechnung. Fast drei Stunden lang erläuterte mir dieser Besucher seine Sichtweise und, wie er die Welt sieht. Dies war für mich ziemlich anstrengend, weil er mir seine Weltanschauung außerordentlich detailliert und komplex beschrieben hat.
Trotzdem habe ich alles aufgenommen und diese Informationen anschließend verarbeitet, um mehrere Stunden lang sämtliche Fragen zu beantworten, die er mir stellte, um mehr über unsere Welt und über sich selbst zu erfahren. Natürlich bin ich dabei nicht auf die Einzelheiten der gesamten Komplexität eingegangen, weil es mir wichtig war, dass sein Geist mich versteht. Auch er hat mir zahlreiche Fragen beantwortet, wobei sich zwischen zwei Menschen, die, oberflächlich betrachtet, völlig unterschiedliche Meinungen vertraten, ein interessantes Gespräch entwickelte. Auch diese Begegnung hatte für ihn und für mich eine bestimmte Bedeutung. Im Anschluss daran dachte ich bis zum Einschlafen und darüber hinaus über unser Gespräch nach, weil mir diese kontroverse Unterhaltung einen weiteren Beweis dafür geliefert hatte, dass alles vorherbestimmt ist. Wenn man wie ich den Plan hat, die Menschen weltweit zum Umdenken und zum Handeln zu bewegen, braucht man genau solche Gespräche und unterschiedliche Meinungen. Für mich ergibt sich daraus ein Bild, das mir dabei hilft, das, was ich vermitteln möchte, so zu beschreiben, dass es auch die Menschen begreifen, die dem Ganzen eher skeptisch gegenüberstehen. Nur so kann es mir letztendlich gelingen, sie zu überzeugen.
Jetzt kommen wir aber wieder auf die Träume zurück, um uns mit der Frage zu beschäftigen, warum sie wesentlich mehr bewirken als ein Aufräumen im Gehirn. Im Traum erlebt jeder, wozu unser Geist eigentlich in der Lage ist und wie tief unser Gehirn in die wirklichen Prozesse im Hintergrund eintauchen kann. Obwohl es zwischen dem oberflächliche Bewusstsein und diesem Kernbereich eine natürliche Sperre gibt, stellt das Träumen eine Verbindung zwischen diesen Ebenen her. Je intensiver wir träumen, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass wir diese Ebene aktiv nutzen können, um Entscheidungen zu treffen oder um unser Bewusstsein an der Oberfläche zu verändern. Im Traumzustand habe ich die wahre Realität schon viele Male außergewöhnlich intensiv gespürt. Deshalb weiß ich, dass diese Ebene nicht nur im Kopf des Einzelnen existiert. In unseren Träumen ist alles bewusst miteinander verbunden, was es uns ermöglicht, die Sichtweise aller Lebewesen zu teilen und alle oberflächlichen Zeitepochen zu erkennen. Unter anderem führt dies manche Menschen zu dem Glauben, dass sie schon einmal gelebt haben. Selbstverständlich haben wir alle bereits in verschiedenen anderen Formen gelebt, aber das Leben aus dieser Perspektive unterscheidet sich von dem, wonach es aussieht. In diesem Zustand können wir uns in alle Bereiche versetzen und dadurch natürlich auch alle Zeitepochen und Verbindungen erleben. Da unser aktives Bewusstsein aber nicht immer dazu in der Lage ist, unsere Träume direkt zu speichern, bleibt das Erlebte oftmals im Verborgenen. Trotzdem haben wir es erlebt. Unabhängig davon, ob es sich um einen Traum oder um die Oberfläche handelt, durchleben wir diese Ereignisse wirklich, obwohl uns unser Gehirn nur den Zugang zu einigen Träumen ermöglicht. Hierdurch entsteht auch das Bild, dass uns manche Menschen total bekannt vorkommen oder dass wir das Gefühl haben, einen Menschen schon ewig zu kennen. Aller Voraussicht nach entspricht dies auch der Wahrheit, aber nur in einem Zustand, an den wir uns nicht mehr bewusst erinnern können.
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